Ferne

Es existiert Ferne nicht. Der physische Körper diktiert uns das Gegenteil. Jedoch das Denken sieht einen runden Kosmos wie unsere Erde. Es ist nicht möglich, auf einer Kugel Ferne herzustellen, denn entfernt man sich gen Osten, nähert man sich gen Westen wieder an den Punkt, den man verlassen. Jedes Weggehen ist gleichzeitig ein Daraufhin-Streben. Ist das nicht beruhigend? Darum gibt es auch kein Vor-Sich-Weglaufen, lediglich die Illusion davon. Ist Reisen die Grande Illusion unserer Zeit? Zumindest eine von verschiedenen großen Illusionen. Im Grunde weiß es der Mensch auch. Es ist so unmöglich Ferne herzustellen, wie es unmöglich ist, sich den Raum außerhalb unseres Universums vorzustellen. Wir sind alle in großer Nähe mit allen Anderen auf diesem Planeten. Der Ort wo ich bin spielt keine Rolle, mein Bewusstsein ist universal und überall zugleich. Physisches Reisen heißt nicht, Bewusstseinsreisen, im Gegenteil. Wer kennt nicht die gelangweilten, überallhin gereisten Mittelschichtnachbarn, die nach jeder Reise noch mehr Mittelschichtnachbarn sind als davor? Eine Industrie lebt von der Illusion der Ferne. Oft aber hat man bei den Touristen im fernen Pazifik doch das Gefühl, dass sie zumindest ahnen, dass ihr Bemühen zwecklos ist. Sie tragen diese Erkenntnis oft mit Humor und das ist das Beste, was man tun kann, wenn man sich schon nicht weiterentwickeln kann. Aber wer sagt, dass Sie es nicht tun. Versuchen wir uns doch alle zusammen mal das vorzustellen, was außerhalb unseres Universums existiert. Man kann das nur angehen, indem man der Zeit einen zentralen und anderen materiellen Aggregatszustand zugesteht. Zeit wird zu Materie, der Strahl, auf dem wir alle reiten und der gleichzeitig den Raum dehnt und schrumpfen lässt. Was dabei entsteht ist ein pulsierendes Universum, ein riesiges Herz, das uns mit seinen gegensätzlichen Impulsen verwirrt: Ausdehnen, Zusammenziehen. Gleichzeitig gibt es am Umkehrpunkt der zwei gegenläufigen Impulse einen kleinen Moment des Stillstandes, wie die Schaukel, das Pendel, die am höchsten Punkt kurz verharren und genau das ist der Punkt der Klarheit und Wahrheit. Er zeigt uns einen Bruchteil einer Sekunde lang das, was im Zen-Buddhismus ‚Das Klatschen der einen Hand‘ heißt. Etwas was existiert und doch nicht existiert. Beides ist dasselbe. Existenz und Nichtexistenz, linearer Zeitablauf und Stillstand, untrennbar miteinander verwoben, deshalb findet der Mensch keine letzten Antworten und Wahrheiten, nur Annäherungen, weil er immer nur sich selber sehen kann. Das Heisenberg-Problem ist überall und es erlaubt uns aber einen neuen Freiheitsbegriff: wenn die Zeit eine Erfindung ist, dann lässt sie sich verbessern, wie jede Erfindung. Der Schlüssel heißt: Erfahrung. Das Heisenberg-Problem ließe sich nur lösen, wenn wir in der Lage wären, das beobachtete Teilchen selber zu werden. Da wir das physisch nicht können, müssen wir es auf geistigem Wege versuchen, indem wir unser Denken und Handeln an diese Erkenntnis anpassen und an alle Erkenntnisse, die z.B die moderne Physik erbringt, die Quantentheorie, die Suche nach immer kleineren Teilchen, die zum Teil nur für Bruchteile von Millardstelsekunden existieren. Was soll das, wenn es nicht irgendetwas mit uns und unserem Denken macht? Es hat keinen Sinn, die modernen Naturwissenschaften anzubeten, wenn wir keine Ahnung davon haben, was das mit uns macht und was es für uns bedeutet. Schließlich ist es unser Geist, der die Fragen stellt, auch in der Naturwissenschaft, also hat er auch das Recht, die Früchte zu ernten. Wo sind sie? Noch nie die ist die Schere zwischen Erkenntnis und Conditio Mumana so weit geöffnet gewesen, wie heutzutage. Es gibt Hoffnung: Begegnung und Erfahrung sind Mittel, sich zu entwickeln. Leider aber schrecken viele Menschen genau davor zurück und da nutzt auch Reisen per se nicht. Die Erfahrung der menschlichen Begegnung mit dem Nachbarn aus dem dritten Stock, an dem man seit Jahren vorbeiläuft, fast ohne zu grüßen, kann so exotisch und tiefgreifend sein wie eine Weltreise. Begegnung heißt Berührung und das ängstigt Menschen, wahrscheinlich ein tiefangelegtes Programm, sich nicht in Gefahr zu begeben, kein unnötiges Risiko einzugehen. Wir leben aber heute in einer Gegenwart, in der per Knopfdruck der ganze Planet ausgelöscht werden kann. Ist es nicht vielleicht an der Zeit, unsere vorsteinzeitlichen Reflexe und Intuitionen so zu modifizieren und auch zu kontrollieren, dass wir neue Begegnungs-, Interaktions- und Handlungsmuster entwickeln? Und das bevor es zu spät ist? Wir sollten uns dem Erlebnis des pulsierenden Universums öffnen, dem es im Übrigen egal ist, ob sich ein Planet mehr oder weniger darin selber zerlegt. Es hat genug andere. Mit diesem Grundgedanken, -wissen gehe ich anders in Verhandlungen und in Konflikte. Die Politiker, die viele von uns verachten, die Feindbilder, sie wurden gewählt und da passt es gut, dass ein Wahlsystem reale Mehrheiten ignoriert. Sie wurden gewählt von vielen Menschen, die ihr Heil im alten Denken suchen. Im Machtdenken und Kontrolldenken und im militärischen Denken, im Konkurrenzdenken und im unbegrenzten Wachstum. Die Steinzeit ist noch nicht vorüber, sie hat nur gefährlicheres Spielzeug.

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Ferne

Was ist.

Der Regen ist da.
Es gibt den lästigen, übermäßigen, sinnlosen Regen, der nicht mehr verwertet werden kann. Der Regen, den man verwünscht und das Land in dem er herrscht dazu.

Und es gibt den Leben spendenden, lang ersehnten Regen, der das Land aus seiner Lethargie, Verödung, Versteinerung und Verstaubung erlöst; das Land und die Menschen auch. Nicht alle aber viele von ihnen. Regen ist dann das was ist – pure Gegenwart, jeder Tropfen, erlebt wie im Zelt. Und jeder Tropfen ist Leben. Hat unbändige Ennergie, Kraft und Fruchtbarkeit. Ist vielleicht das wirkliche Symbol unserer Mutter Erde, des Planeten, auf dem wir existieren. Die Sonne ist da – immer und brennt gnadenlos oft genug die mühsam entstandenen Wolken weg. Der Regen hat es schwer. Natürlich kann er sich bei der Sonne bedanken, ohne sie gäbe es ihn nicht. Ohne das Wasser unserer Meere auch nicht.
Warten ist das, was uns ausmacht. Warten auf Sonne, warten auf Regen. Warten auf die Gehaltsüberweisung, warten auf den richtigen Partner. Auch wenn wir suchen, warten wir. Wenn wir handeln, warten wir darauf, dass sich der Erfolg einstellt. Wir er-warten dann. Gibt es einen Ausweg aus dem Warten? Es ist die Zeit, die uns warten lässt, abwarten oder erwarten, egal. Kausalität oder ihre Negierung, egal, kein wirklicher Widerspruch. Was ich ablehne, erwecke ich zum Leben.
Was ist also nun? Ein messerscharfer Grad zwischen beiden existiert. Das eine Prozent wirkliches Leben. Die Wahrheit zwischen Sonne und Regen. Ich versuche gerade etwas zu erschreiben, was ich nicht weiß, dessen Existenz ich aber spüre. Ist es der Moment des Übergangs zwischen Trockenzeit und Regenzeit, zwischen Tanz und Kampf? Der Moment der Offenbarung, der Erkenntnis? Kann ich mir diesen Moment er-schreiben? Es geht um die Energie, die sich als Sonne und als Regen offenbart und ein und dasselbe ist. Es ist der Moment der Wandlung, der die wahre Tiefe und Kraft aufzeigt. Das fasziniert uns am Regenbogen, ein Phänomen der Verschmelzung und Durchdringung von Gegensätzlichkeiten in höchster ästhetischer Vollendung. Ein gefrorener Moment der Wandlung, sichtbar gemacht als Symbol der Vollkommenheit in der Form des Kreises. Und der leuchtende Sonnenuntergang am Horizont während des strömendenden Regens und des grollenden Donners. Wenn wir ganz bewusst inmitten der Energie mit ihren Gegenpolen existieren, dann sind wir ganz nah am Leben. Es sind diese Momente, in denen früher die Menschen Götter glaubten zu entdecken. Ich fühle mich in solchen Momenten an die Entstehung der Welt erinnert. Daraus ist das Leben entstanden und sie zeigen uns immer noch unsere Herkunft aus den Urozeanen auf. Wir, die komplexe Ansammlung von Einzellern, von Wasser und Wärme. Das hinduistische tat twam asi – das bist du, das manchmal so schwer zu akzeptieren ist, hat hier seine unfassbar schönste Form angenommen. Der Himmel glüht am Horizont in brennendem Orange, sich spiegelnd im tillen Wasser, dem Pazifik, während die ersehnten Regentropfen das Leben auf Dach und Boden trommeln. Es ist warm, es bleibt warm, weil die Sonne das Land mit unendlicher Energie aufgeladen hat.
Einer der vier Hunde ist schon die ganze Zeit an meiner Seite. Meistens kommen sie alle. Die drei Kleinen immer voller Energie. Seit es regnet ist nur Luna bei mir, die Mutter mit der leicht grauen Schnauze. Still und friedlich. Sie weiß um die fruchtbare Zeit, die jetzt beginnt. Und dass ich den Augenblick erkenne – so gut es mir eben möglich ist. Wie sie. Jetzt.

Was ist.

Stillstand

Den Kampf will ich nicht aufnehmen.
Der Tanz wird abgelehnt.

Stillstand….voller Spannung.

Gibt es einen dritten Weg.

Kommunikation? Beinhaltet schon wieder die ‚Gefahr‘ des Tanzes. Ja. Er ist eine Gefahr für bestimmte Menschen.
Eine neue Erfahrung für mich. Oder eine neue Erklärung für alte, bekannte Erfahrungen.

Was noch? Den Ort, die Person verlassen. Und dann?

Capoeira, den Kampf aufnehmen, der ein Tanz ist, der ein Kampf ist, der ein Tanz ist. Könnte der dritte Weg sein.

Die Blockade ist in mir. Es ist keine Liebe mehr in mir. Gefangen im Außen. Führt irgendwann zur Selbstverachtung.
Und zur Selbst-Entfremdung. Zum emotionalen Tod. Genau das ist es, was manche Menschen erreichen wollen: ihren eigenen Tod anderen Menschen überstülpen. Man darf den Kampf mit dem Tod nicht aufnehmen, sondern muss sein eigenes Leben behaupten. Der Tod ist nichts, ist das Nichts, der Rest, der keiner ist. Leben ist das Andere. Wie kommt es, dass das Nichts ins Leben kriecht? Muss eine lange, intensive Geschichte haben, wenn ein Mensch sich für das Nichts entscheidet, oder? Das macht man nicht mal einfach so. Es ist die Kapitulation vor einer ausweglosen Situation, in die ein Mensch sich selbst wissentlich gebracht hat. Wissentlich und doch getrieben. Oft sind es Besitz, Status, Privilegien, die als Weg ins Leben erscheinen, sich aber als schleichende Mordinstrumente entpuppen. Erkannt? Zu spät. Fast immer zu spät erkannt. Jedes Kind ist in einer ausweglosen Situation, zunächst. Es wächst heraus. Manche Menschen entscheiden sich gegen diesen Schritt zum Erwachsenwerden. Viele Menschen,zu viele, man sieht sie überall. Vor allem in der ‚zivilisierten‘ Welt. Selbstmord auf Raten und möglicht viele mitnehmen. Erweitertes Suizid. Das Wesen der Depression. Vergiften ihre Umwelt. Zerstören den Tanz, mitleidlos, brutal. Sind keine Opfer, sind üble Täter. Handeln vorsätzlich, konsequent, kontrolliert. Die Welt krankt an dieser angstschwangeren Pest.

Stillstand

Kampf.

Aus Tanz kann Kampf werden.
Selten aus Kampf Tanz.
Kampf ist eine niedrigere Ordnung der Interaktion, in die ich leicht fallen kann, wenn ich mich gehen lasse oder die Motivation zur Form des Tanzes verliere.
Andersherum ist es schon schwieriger. Ich muss die Form ‚wollen‘ oder fühlen.
Es gibt oft Situationen, in denen man auf Menschen trifft, die einen durch ihre komplett andere Sicht der Umwelt, der Personen verblüffen, verunsichern.
Dann gibt es keinen Tanz mehr.

Oder?

Daran zu arbeiten, dass der Tanz auch dann weitergeht, ist ein echtes Ziel im Leben.

Kampf.

Widerstände

Das Leben widersteht dem Tod. Eine Zeit lang.
Wir widerstehen dem was uns hindert.
Alles ist nur eine Entwicklung, mit den verschiedensten Widerständen umzugehen.
Es zu lernen, den Umgang mit ihnen.
Sie tauchen auf, wenn ich nicht mit ihnen rechne. Oft verschwinden sie genauso plötzlich.
Sie sehen dich an und fragen dich: Willst du das wirklich, was du vorgibst zu wollen?
Bist du stark genug? Oder verfeinert: Hast du schon über Alternativen nachgedacht? Es gibt einfachere Wege, Ziele, sicherere.

Widerstände

Schreibe

Wie schreiben. Die Wahrheit.

Da fängt alles an. Erzählen was war, was einer gesehen hat, erlebt hat?
Ist das die Wahrheit, eine Schilderung, Aneinanderreihung von Ereignissen?
Der es erlebt hat als Ich? Der Zeuge, den es nicht gibt, der vorgibt alles gesehen zu haben?
Wo anfangen? Chronologisch? In Sprüngen? Als Rückblick? Oder als Dialog, als Reportage, wie bei Moravias Desideria?

Der innere Monolog. Ist es die ehrlichste Formder Erzählung? Will das jemand hören, lesen?
Auch wenn viel erlebt wurde, was es zu schildern gibt, so ist dies doch nur Unterhaltung.
Aha, oh ja, wie spannend, nein wie mutig, also das könnte ich nicht, wie kann man, einfach so und was sind das für welche! Und so weiter.

Also um was geht es nochmal? Die Draufsicht? Das narzisstische Ich…habe getan…und dann und dann…
Es sollte doch um Alles gehen. Aufhebung von Subjekt, der Schreibende und Objekt, das Geschriebene. Schreiben als das ‚Abenteuer‘, das im Mittelpunkt steht. Es sollte die Tatsache reflektieren, dass das Geschriebene Und das Schreiben den Schreibenden verändert. Denn es ist doch so: das Werk lässt einen veränderten Urheber zurück.

Was ist dann Authentizität, wenn beides so sehr verflochten ist? Vor allem: wie lässt sich das darstellen?
Ich stelle es mir wie einen Tanz vor. Das Werk und der Verfasser. Beide zusammen sind das eigentliche Ganze. Sie verändern ihre Figuren und Positionen, lösen sich voneinander, finden wieder zueinander.
Müssen sich immer wieder aufeinander einstellen. Die Musik wechselt, der Rhythmus verändert sich.
Die Tänzer tanzen weiter, miteinander. Auch ihre Schritte und die Musik sind ein eigener Tanz für sich.
Auch dieses Paar muss sich immer wieder finden: die Musik und die Tanzfigur, ausgedrückt durch das tanzende Paar und das alles in Form von Worten dargestellt. Geht das?

Wenn das alles wäre…Was ist mit der Spirale, die zum unendlichen Mittelpunkt führt? Von außen nach innen und in immer enger werdenden konzentrischen Kreisen und dreidimensional. Denn das ist doch das, was ‚dargestellt‘ werden soll. Was vielleicht ‚wahr‘ ist.

Schreibe

Costa. Rica.

Wir fliegen.
Nächste Woche.
Von Florida.
Nach Costa Rica.
Wir sind Reisende.
Reisende kehren nie um.
Haben kein Ziel.
Aber Stationen.
Derer hatten wir viele. In den letzten zweieinhalb Jahren.
Ziele auch. Äußere. Zuerst.
Jetzt: innere Ziele. Und Stationen.
Es ist die Spirale. Im Inneren eines Menschen.
Ich habe sie entdeckt. Jetzt erst. Endlich.
Ich ahne sie sehr deutlich. Zumindest das. Weiß von ihr.
Fühle ihre Existenz.
Und weiß, dass ich das Ziel bin und es doch gleichzeitig nie erreichen werde.
Das Ziel kann nur das Wissen um den Weg sein.
Den ich gehe.
Denn das Namenlose gibt sich nicht zu erkennen.
Aber es führt dich. Immer.
Vielleicht gibt es nicht Mehr Weisheit, als dessen sicher zu sein.
Dass es so ist.
Die Spirale. Sie beginnt im Außen. Sie ist das Außen.
Sie endet im Innen. Sie ist das Innen.
Du bist das Außen. Du bist das Innen. Es gibt kein Innen, kein Außen.
Es gibt nur dich.
Also:
Von Florida nach Costa Rica.
Von weißem Plastik. Allgegenwärtig. Nach Blattwerk. Grünem. Überall.
Von……………………………………………………nach.
Ich bin noch im Von.
Es ist erstarrt. Es ist gestaut. Es kriecht. Es hat Furcht.
Es vermeidet. Es fügt sich. Es gehorcht. Es funktioniert. Es passt.
Es ist gerade. Immer. Bis es bricht.
Es leidet. Still. Flüchtet leise. Betäubt sich stumm.
Das Von. Hier in Florida.
Wir hatten andere Vons erlebt. Vorher.
Die Schweiz, die deutsche, französische, die italienische.
Die Bodenseeregion, deutsch, im Winter. Auf einsamen Campingplätzen.
An der Straße im Camper.
Dann London im klaren Winter.
Und die Transatlantikroute.
New Yorks eisige Wolkenkratzerschluchten im Januar.
Bahamas, lange viele Bahamas. Überirdisch. Manchmal. Oft.
Immer wieder und wieder.
Martinique. die kluge, die freundliche.
Florida.
Seine vielen Gesichter. Geeint durch die allgegenwärtigen Polizeisirenen
und Supermarktkomplexe.
Tat twam asi – das alles bist du.

Wir wohnen in einem Hotel. Inn. Es hat einen Namen. Er bedeutet: nichts.
Nichts. Wie die endlose Aneinanderreihung von Franchise-Ketten mit ihren Symbolen. Leer. Entwurzeltes Europa mit riesigen Parkplätzen für riesige Autos mit riesigen Menschen mit riesiger Einsamkeit.
Ein Symbol steht für diese Form des Lebens hier:
Die Drive-Thru-Pharmacy. Graue immergleiche Kuben ein und derselben Firma.
Geschaffen, um die Menschen zum Abholen ihrer Medikamente nicht mehr zum Aussteigen aus ihren Autos nötigen zu müssen.
Fortschritt. Serviceorientierung. Kundenfreundlichkeit.
Nächstes Level: Die Insulinspritze zum Burger-Menü mit Softdrink. All-inclusive.
Sollte ich zum Patent anmelden.
Ich muss an Kunst denken.
Die Kunst, Amerika zu betreten. An Joseph Beuys.
Er ließ sich, in einen Filzteppich eingewickelt über den Atlantik fliegen und dann vor einen Käfig mit einem Kojoten legen.
Seine Huldigung Amerikas.

Ich verstehe ihn nun.

Ist mehr Kunst möglich?

Costa. Rica.